Die Geschichte hinter dem Christopher Street Day

In Dorothy, News by Dorothy_M


Der Christopher Street Day – ein fest verankerter Tag in jedem queeren Terminkalender. Er steht für den Einsatz für die Rechte der LGBTQI*-Gemeinschaft sowie den Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Das Phänomen solcher Veranstaltungen ist, ähnlich wie bei gesetzlichen Feiertagen, das große Unwissen über die Geschichte des Ursprungs und deren Bedeutung. Im Zentrum steht oftmals das Feiern, die ausgelassene Stimmung oder eben die politische Partizipation.

Doch ist nicht gerade die Betrachtung des großen Ganzen das Essentielle bei solchen Ereignissen? Der CSD hat eine lange und bedeutende Geschichte, die jedem Besucher präsent sein sollte. Besonders uns, den “Friends of Dorothy”, liegt dieses Anliegen am Herzen – hier liegt eben auch der Ursprung unseres Namens.

1969, New York. Es war die Zeit der freien Liebe und des Sex, Drugs and Rock ´n´ Rolls. Ein neuer Zeitgeist entstand und Veränderung lag in der Luft – doch Homosexualität war immer noch ein Tabuthema. Selbst in den Großstädten standen die Wenigsten zu ihrer sexuellen Orientierung. Regelmäßige Razzien und Schikanen der Polizei standen auf der Tagesordnung der LGBTQI*-Gemeinde.

Doch plötzlich veränderte sich alles mit dem 28. Juni 1969. Schauplatz: die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street in New York. Zum ersten Mal widersetzen sich Homosexuelle den willkürlichen Polizeiübergriffen. Gewalt und Unruhen prägten die nächsten Tage – der Auftakt zu einer der größten Emanzipationsbewegungen der LGBTQI*-Gemeinde.

Durch diesen ersten wichtigen Schritt endeten zwar nicht die Diskriminierungen der Polizei, doch kam es zu einer neuer Wahrnehmung der Schwulen und Lesben in den Medien.
Diese gaben der LGBTQI*-Gemeinde in der Öffentlichkeit endlich ein Gesicht. 1970, genau ein Jahr nach der „Befreiung“ der Christopher Street kamen in New York tausende Homosexuelle zusammen, um an die Geschehnisse mit einer großen Demonstration zu erinnern. Eine Veranstaltung, die in den folgenden Jahren die ganze Welt überrollen sollte.

Bis diese Bewegung jedoch in Deutschland ankam, dauerte es noch bis in die späten Siebziger Jahre. Die Unruhen in New York fanden in der deutschen LGBTQI*- Bewegung nur wenig Beachtung. Diese deutsche Bewegung bestand hauptsächlich aus der Studentenbewegung der 60er Jahren. Hauptforderung war die Streichung des Paragraphen 175, welcher sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte.

1979 – Zehnter Jahrestag der Stonewall-Aufstände. Die Homosexuellen-Bewegung kam zum allmählichen Stillstand. So suchten die deutschen Aktivisten nach neuen Wegen ihren Forderungen wieder mehr Gewicht zu verleihen. So kam der Jahrestag gerade recht, um mit einer großen Demonstration der Bewegung erneut ein Gesicht zu geben.

Der erste CSD wurde mit Flugblättern publik gemacht und an Treffpunkten der Szene verteilt. Am letzten Samstag im Juni trafen sich schließlich einige hunderte Lesben und Schwule in Berlin, um gemeinsam für ihre Recht einzustehen und ein Zeichen zu setzen.

Steht auf und zeigt wer ihr seid! Steht für eure Rechte ein und verleiht euren Anliegen ein Gesicht. Auch diese Geschichte zeigt: “bereits ein kleiner Schritt kann Großes bewirken”.

XOXO,