Kunst gemeinsam erleben – Ein Zebrastreifen setzt ein Zeichen

In Dorothy, News by Dorothy


Das Lesbisch-Schwule Stadtfest ist das größte queere Straßenfest Europas. Am Wochenende des 15. und 16. Julis 2017 erstreckte sich das sommerliche Fest im Berliner Ortsteil Schöneberg rund um den Nollendorfplatz und führte somit direkt vor der Straße der Friends of Dorothy entlang.

Kunst verbindet. Kunst schafft etwas auszudrücken, was Worte nicht fassen können und Sätze nicht zu verstehen vermögen. Deshalb stellten die Friends of Dorothy anlässlich des Fests eine Sonderausstellung mit dem Titel „Vielfalt“ zusammen. Acht Künstler arbeiteten gemeinsam an dieser einzigartigen Exposition, welche das bunte Treiben des Festes auf einzigartige Weise aufgriff und das Selbstgefühl auf den Straßen in der Galerie wiederspiegelte.

„Wir lieben dich, egal wen du liebst” lautete das persönliche Motto der Galerie zum Fest. Unter diesem Slogan sollte ein Zeichen gesetzt und einen Beitrag geleistet werden. Toleranz und Vielfalt sollten im Zentrum stehen – und wodurch könnte man diese Schlagwörter eben besser verdeutlichen und Aufmerksamkeit erregen als mit Kunst?

Kunst gemeinsam erleben, Erinnerungen schaffen und so ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen, war das Ziel. So entstand in der Nacht des 14. Julis eine einzigartige Kunstperformance, die für viel Aufmerksamkeit sorgte. Direkt gegenüber der U-Bahnstation Nollendorfplatz kreierten die Friends of Dorothy einen Regenbogen-Zebrastreifen mit Fußspuren bis zu der Galerie in der Kalckreuthstraße 14. Der Regenbogen-Zebrastreifen bestand aus Sprühkreide und wurde mit Hilfe von Schablonen auf der Motzstraße aufgetragen.

Bereits beim Anfertigen des Streifens offenbarte sich die Wirkungsmacht der Kunst. Menschen, Touristen, Besucher blieben stehen, fotografierten und fingen an Fragen zu stellen. Andere boten ihre Hilfe an, packten mit an und wurden selbst zum Teil der Performance. Es entstand ein buntes Meer aus Vertrauen und gemeinsamer Freude für den guten Zweck. Die Menschen fingen an nachzudenken und setzten sich aktiv für die richtigen Werte ein.

„Zebrastreifen für Toleranz beim Lesbisch-Schwulen Stadtfest in Berlin“, so lautet die Überschrift im „FOCUS-ONLINE Magazin“. Ein dpa-Fotograf hielt das Kunstprojekt der Galerie Friends of Dorothy fest und die Medien griffen dieses zahlreich auf. Der Regenbogen wurde so in den Medien zum Symbol des Festes. Die Bilder des Zebrastreifens schafften es sogar über die Grenzen Berlins heraus, bis in die frankfurter oder hessischen Medien.

Auch viral wurde der Zebrastreifen zum Leitbild des Fests. In den sozialen Netzwerken wurde der queere Zebrastreifen mit Begeisterung gepostet und geteilt. Er wurde zum beliebten Fotomotiv und begrüßte die Besucher direkt am Eingang des Fests. Einmal mehr zeigte sich die Schnelligkeit und der Einfluss des Social Webs auf die Menschen – einmal mehr zeigte sich wie  man sich diesen Einfluss positiv zu Nutzen machen kann.

Noch Tage nach dem Fest waren die Reste des Streifens, trotz Regens, zu sehen. Auch im Internet kursierte die Aktion noch Tage später. Es entstand ein Projekt, welches in die Köpfe der Menschen gelangte und dort blieb und auch die Medien in seinen Bann zog. Gemeinsam können wir etwas verändern und auf die Probleme dieser Gesellschaft aufmerksam machen – “denn bereits ein kleiner Schritt kann Großes bewirken”.

XOXO,